| Ort: | Kriens |
| Auftraggeber: | Stadt Kriens |
| Auftragsart: | Studienauftrag, 1. Rang |
| Jahr: | 2024 |
| Architektur: | arge MAI Architektur + UNIT Architekten |
AUSGANGSLAGE
Im stark wachsenden Stadtteil Mattenhof/Nidfeld in Kriens steigen die Schülerzahlen deutlich. Zur Sicherung des Schulraums und zur Anpassung an neue Unterrichts- und Betreuungsformen wird die Schulanlage Kuonimatt erweitert. Der historische Schulbau von 1954 ist schützenswert und bleibt erhalten; frühere Ergänzungen (Turnhalle, Modulbau) prägen die Anlage.
PROJEKTRSTRATEGIE
Die Gemeinde definiert eine klare Erweiterungsstrategie:
– Erhalt und sanfte Anpassung des bestehenden Schulhauses
– Aufstockung des Modulbaus
– Ersatzneubau des östlichen Pavillons
– Erweiterung des Perimeters inkl. Spielplatz
STÄDTEBAU (ortsbauliche Setzung)
Der kompakte Neubau ersetzt den bestehenden Pavillon und ergänzt das Schulhaus als gleichwertiges Gegenüber. Alt und Neu sind über die bestehende Pausenhalle miteinander verbunden. Die Setzung respektiert die kleinteilige Umgebung, erhält grosszügige Freiflächen und stärkt die Identität der Gesamtanlage. Der Schulbetrieb wird während der gesamten Bauzeit aufrechterhalten.
AUSSENRAUM
Bestehende Qualitäten wie Spielplatz, Pausenhalle, Bäume und Hecken bleiben erhalten und werden gezielt aufgewertet. Entsiegelte Grünflächen, neue Bäume, Sitzgelegenheiten und ein Spielbrunnen verbessern die Aufenthaltsqualität und das Mikroklima. Die Erschliessung bleibt einfach, sicher und hindernisfrei.
BESTAND / NEUBAU
Im Bestand erfolgen minimale Eingriffe (Lift, barrierefreie Nutzung, neue Bibliothek im Dachraum).
Der Neubau enthält Klassenräume, Hort, Mehrzweckraum und Nebenflächen. Ein zentrales Treppenhaus mit Lift ermöglicht flexible Nutzungen. Der Mehrzweckraum ist separat zugänglich und unabhängig vom Schulbetrieb für das Quartier nutzbar. Die Grundrisse sind klar, flexibel und auf zeitgemässen Unterricht ausgelegt.
ENERGIE UND NACHHALTIGKEIT
Das Projekt setzt auf erneuerbare Energie (Pelletheizung, PV), passive Klimamassnahmen, gute Tageslichtnutzung und Reduktion versiegelter Flächen. Wirtschaftlichkeit, Langlebigkeit, flexible Nutzung und geringe Lebenszykluskosten stehen im Vordergrund.
KONSTRUKTION UND GESTALTUNG
Der Neubau ist ein Holz-Beton-Hybrid mit hohem Vorfertigungsgrad, kurzer Bauzeit und geringen Emissionen. Materialität, Farbigkeit und Fassadenraster nehmen Bezug auf den 50er-Jahre Bestand und führen den vertrauten Ausdruck zeitgemäss weiter. Eine kindgerechte, robuste Gestaltung unterstützt das Lernen, steigert Aufenthaltsqualitäten und die Identifikation mit der Lernumgebung.



