Ersatzneubau Logistikgebäude, Steinerberg
| Ort: | Steinerberg |
| Auftraggeber: | armasuisse Immobilien |
| Auftragsart: | Direktauftrag |
| Leistungen: | Studie 2019, Projektierung 2021-22, Bewilligung (MPV) 2023 |
| Jahr: | 2019 – 2023 |
| Architektur: | MAI Architektur |
Die armasuisse Immobilien besitzen an der Steinerbergstrasse in Arth einen Aussenstandort der Logistikbasis der Armee. Das Areal umfasst bestehend ein Dienst- / Betriebsgebäude, sowie im westlichen Bereich eine grosse und zwei kleine Lagerscheunen. Die bestehenden Gebäude sind baufällig, aus logistischer und betriebswirtschaftlicher Sicht sowie sicherheitsmässig nicht mehr konform und genügen den bestehenden Lager- als auch Bewirtschaftungsanforderungen nicht mehr. Die bestehenden Bauten werden Rückgebaut, respektive durch zwei neue, zentral gelegene Neubauten ersetzt. Am Standort der Lagerscheunen wird das Logistikzentrum und am Standort der Nomadenbauten wird neu ein Carport erstellt.
Die Setzung resultiert neben der Position der Bestandesbauten auch aufgrund der Hanglage, den Schleppkurven der Logistik sowie den vorliegenden Naturgefahren am Standort. Zudem lässt die Setzung zwischen dem neuen Betriebsgebäude und dem Carport Raum für eine spätere Erweiterung.
Der Ersatzneubau Dienst- / Betriebsgebäude besitzt zwei Geschosse und beinhaltet Büro- und Lagerflächen (inkl. Kommissionierungsfläche) sowie Einstellplätze für Nutzfahrzeuge. Im Erdgeschoss ist die Büronutzung mit den Nebennutzflächen angeordnet, die Kommissionierfläche, das Lager für das Gefahrengut sowie die Einstellhalle. Die Lagerfläche befindet sich im Obergeschoss. Die Logistik wird mittels Warenlift und Rampe ermöglicht.
Mit dem Gebäudetypus «Scheune» als Referenzbild wird eine Eingliederung in die ländliche Umgebung und Landschaft gefunden: der Ersatzneubau orientiert sich einerseits in der Struktur sowie an der ortsüblich vertrauten Materialisierung. Das Erdgeschoss wird vollständig in Massivbau erstellt. Aus Gründen des Hochwasserschutzes wird das Erdgeschoss bis auf den Fahrzeugeinstellraum höher gelegt. Das Obergeschoss inklusive Dach wird mit Ausnahme vom Erschliessungskern als Holzbau realisiert. Alle tragenden Bauteile aus Holz sind vor der Witterung geschützt.
Die energetische Dimensionierung der Gebäudehülle (beheizten Räume innerhalb des Dämmperimeters) entspricht dem Standard Minergie-A-ECO. Die Aufbereitung der Heizwärme und des Warmwassers erfolgt durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Mit der geplanten PV-Anlage wird ein hoher Eigenstromverbrauch (Heizung, elektrische Verbraucher wie Bürogeräte) angestrebt. Das Gebäude ist nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen. Eingeplant ist eine Kleinkläranlage.
Östlich vom Dienst- / Betriebsgebäude wird ein Carport erstellt. Dieser bietet Raum für sieben Fahrzeuge sowie eine Werkstätte. Der Carport ist ein Holzbau, welcher auf einer Betonbodenplatte mit Sockelmauern steht.
Der Standort des Neubaus ist von Wiesen bzw. Obstwiesen umgeben. Talseitig stehen in der ebenen Wiesenfläche 19 Kirschbäume, wovon fünf mit ihrer Krone bereits heute in das Lichtraumprofil der bestehenden Strasse ragen. Die an die Streuobstwiese angrenzende Böschung zum Bahntrasse ist mit einer Mager- / Trockenwiese bewachsen. Mit dem Bau des Gebäudes wird der Fahrbahnrand talseitig in die Streuobstwiese verschoben und rückt zugleich näher an die erste Reihe der Kirschbäume.
Ebenso greifen die künftigen Parkplätze in die Wiese und den Baumbestand ein. Um die Anzahl zu fällende Bäume so gering wie möglich zu halten, werden die Parkplätze in dem Bereich angeordnet, wo drei Bäume wegen der neuen Linienführung des talseitigen Strassenrandes ohnehin gefällt werden müssen.



