| Ort: | Bettwil |
| Auftraggeber: | armasuisse Immobilien |
| Auftragsart: | Direktauftrag |
| Leistungen: | Phasen 31-33 gemäss SIA 102 |
| Jahr: | 2022 – 2024 |
| Architektur: | MAI Architektur |
Auf dem Militär-Ausbildungsplatz in Bettwil soll ein Ersatzneubau beim Zugang zur Anlage geplant werden. Der Neubau bildet durch seinen Standort den Auftakt der Anlage und dient zugleich der Überwachung des Eingangs. Die Anlage besteht zurzeit aus vielen verschiedenen ober- und unterirdischen Gebäuden, welche sich der Strasse entlang orientieren. Genauso gliedert sich der Ersatzneubau ins Ensemble ein. Die durch das Raumprogramm gegebene Grundfläche hebt sich jedoch deutlich von den bestehenden kleineren Bauten ab. Durch das Bedürfnis von unterschiedlichen Raumhöhen wird das Volumen in zwei Flügel geteilt, die sich aussen abbilden. Durch die Öffnung beider Dächer zum Strassenraum hin, wird ein zusätzlicher Lichteinfall in die tiefe Raumschicht gegen Westen ermöglicht. Durch die Gliederung des Volumens und die Dachgestaltung übernimmt der Ersatzneubau die Volumetrie der bestehenden Bauten. Ergänzend zum Hauptbau gibt es im Norden einen offenen Nebenbau, welcher der Entsorgung, Schuhwasch-Station sowie dem gedeckten Aufenthalt dient. Der dazwischen aufgespannte Aussenraum ist flexibel bespielbar.
Der eingeschossige Neubau ist als einfaches, modulares Gebäude in Holz-Skelettbauweise geplant. Das Holzskelett gliedert den Innenraum durch sein Raster. Das Gebäude wird durch das Rückenmark der Konstruktion in zwei Flügel geteilt, welche auch das Volumen nach aussen abbilden. Gegen Westen sind die unterschiedlichen Aufenthaltsräume ausgerichtet. Die beiden grossen Räume sind mit einer Schiebetrennwand verbunden und können somit zu einem grossen Raum zusammengeschlossen werden. Der Aufenthaltsflügel ist höher konstruiert und ermöglicht so eine zweiseitige Belichtung. Der gegen Osten und zur Strasse ausgerichtete Flügel benötigt durch kleinere Nutzungseinheiten eine niedrigere Raumhöhe. Der Erschliessungskorridor zieht sich mittig durchs Gebäude. Durch zwei Stiche wird der Korridor neben dem stirnseitigen Eingang auch strassenseitig über einen Einzug erschlossen. Die dadurch entstehenden Raumgruppen bilden Nutzungseinheiten mit Nebenschichten zum Korridor. Durch die Anordnung der Haupträume an der Fassade kann diese offen gestaltet werden.
Die Gestaltung des Gebäudes lehnt sich aussen strukturell an den Bestandesbauten an. Der auf einem Betonsockel stehende Holzbau zeichnet sich in der Fassade ab. Dabei sind die West- und Ostfassade mit vertikalen Elementen geteilt und die Nord- sowie Südfassade eher geschlossen und flächig ausgeführt. Da sich die Fassade wie ein Kleid um das Skelett hüllt, wird mit Farbe gearbeitet. Dies bildet den Kontrast zum rohen Innern. Alle Bauteile der Primärstruktur sowie das Innere werden in Holz roh ausgeführt. Um den langen Korridor zu rhythmisieren, übernimmt die zentrale Konstruktionsachse verschiedene Funktionen. Sie dient als Stauraum für die Schiebewände, Schrank, Garderobe sowie Sitznische. Über verglaste Elemente werden Sichtbezüge hergestellt und der Einfall von Licht ermöglicht.
Das Bauprojekt wird in Elementbauweise erstellt. Das gleichbleibende Raster ermöglicht den Unternehmern einzelne Bauteile zu standardisieren und zu vereinheitlichen. Arbeitsgattungen wie der Holzbauer, Betonelemente, Türen, Fenster, Sonnenschutz profitieren davon. Das Raumprogramm fordert sehr spezifische Nutzungen in unterschiedlichen Nutzungseinheiten zusammengefasst. Schulungsräume, Wachlokal mit Loge, Übernachtungsmöglichkeiten mit Aufenthaltsräumen und Büroarbeitsplätze sind unter einem Dach vereint. Zusammen mit dem Auftraggeber wurden intensiv Synergien zwischen den Nutzungseinheiten gesucht, um die Gesamtflächen und die betrieblichen Abläufe möglichst optimieren zu können. Der Einbezug von standardisierten Raumelemente wie z.B. Nassräume, etc. wurde geprüft, hätte die Nutzfläche jedoch unnötig grösser gemacht und Synergien zwischen den Nutzungseinheiten erschwert.
Landschaftsarchitektur Landformen AG, Kriens
Bauingenieur Wälli Ingenieure AG, Horw
Holzbauingenieur Lauber Ingenieure AG, Luzern
Elektro-Ingenieur HHM Zug AG, Baar
HLKS-Ingenieur PEP Ingenieure AG, Luzern
Bauphysik RSP Bauphysik AG, Luzern
Brandschutzexperte Vadea AG, Wallisellen
Kostenplaner Büro für Bauökonomie AG, Kriens



